Deutschunterricht

Deutsch als Zweitsprache

Das Förderangebot Deutsch als Zweitsprache (DaZ) richtet sich an Kinder, die in ihrer Familie mehrheitlich eine andere Sprache als Deutsch sprechen. Im Kindergarten können diese Kinder zweimal wöchentlich den DaZ-Unterricht besuchen. In der Schule wird DaZ als Aufbauunterricht weitergeführt. Den DaZ-Unterricht erteilen ausgebildete Lehrpersonen mit einer fachspezifischen Weiterbildung.

Der DaZ-Unterricht vermittelt Grundkenntnisse der deutschen Sprache, so dass sich die Kinder im Alltag besser zurechtfinden und dem Unterricht in der Klasse folgen können. Die Lerninhalte werden einerseits auf die individuellen Bedürfnisse der Kinder und andererseits auf die Themen der Klasse abgestimmt. Die DaZ-Lektionen finden während oder ausserhalb des Regelunterrichtes in Gruppen von zwei bis sechs Kindern statt. Angemeldet werden die Kinder von der Klassenlehrperson.

Manche zweisprachigen Kinder benötigen keinen DaZ-Unterricht, andere besuchen ihn nur bis zum Ende der Kindergartenzeit, und bei gewissen Kindern ist die zusätzliche Deutschförderung auch in der Schule noch sinnvoll. Schulkinder, die direkt aus einem anderen Sprachgebiet zu uns kommen, besuchen neben dem Unterricht in der Klasse während sechs Lektionen pro Woche den Intensivunterricht DaZ. Dieser dauert ein Jahr.

Einführungsklasse für Fremdsprachige

Die Primarschulgemeinde Arbon bietet in Kooperation mit der Sekundarschulgemeinde Arbon eine Einführungsklasse für Fremdsprachige (EfF) an. Dieses Angebot richtet sich an Kinder ohne deutsche Sprachkenntnisse. Ziele sind das Erlernen der deutschen Sprache und eine schnellstmögliche Integration in die Herkunftsklasse. Die EfF findet in der Regel am Vormittag im Schulhaus Stacherholz statt. Die restliche Unterrichtszeit besuchen die Kinder ihre Herkunftsklasse.

Frühe Förderung

Frühe Förderung

Chancengerechtigkeit für alle — das Projekt Frühe Förderung

Wenn Kinder kaum Deutsch sprechen oder andere Entwicklungsdefizite haben, verpassen sie oft bereits im Kindergarten den Anschluss. Dem will das Projekt „Frühe Förderung“ entgegenwirken, indem es Kinder im Spielgruppenalter und ihre Eltern intensiv fördert.

Die Ausgangslage
Ein Kind muss vieles können, wenn es in den Kindergarten kommt — sprachlich, motorisch, aber auch sozial und emotional. Die Zahl der Kindergartenkinder, die schlecht Deutsch sprechen, ist gross. In Arbon war sie vor Beginn des Projektes sogar wachsend, andere sind motorisch schwächer als Gleichaltrige oder können sich nicht in eine Gruppe integrieren. Diese Kinder benötigen deshalb teure zusätzliche Förderung, können ihre Defizite aber oft trotzdem nicht mehr aufholen. Die Gefahr, dass die Weichen für eine schwierige Schul- und Berufslaufbahn bereits zu diesem frühen Zeitpunkt gestellt werden, ist gross.

Die Trägerschaft
Anlass genug für Primarschulbehörde und Stadt Arbon, aktiv zu werden. Was 2015 mit der Initiierung des Projektes „Frühe Förderung“ begonnen hat, ist im Schuljahr 2016/ 2017 in die konkrete Umsetzungsphase übergegangen. Die Zusammenarbeit mit der Jacobs Foundation, welche als Trägerin des Gesamtprojekts „Bildungslandschaften Schweiz“ gemeinsam mit Stadt, Kanton und der Primarschulgemeinde die Projektkosten in Arbon trägt, erweist sich als grosser Gewinn.

 

Das Programm Bildungslandschaften Schweiz

Die "Bildungslandschaft Arbon" ist eines von 22 Pilotprojekten von Bildungslandschaften Schweiz, einem Programm der Jacobs Foundation. Ziel des Programms ist es, Akteure, die in die Bildung der Kinder oder Jugendlichen involviert sind, zu Bildungslandschaften mit klar definierten Zielen zu vernetzen.

 

Frühe Förderung — Spielgruppe

Im Zentrum der Bildungslandschaft Arbon stehen 2- bis 4-jährige Kinder und ihre Eltern. Die wichtigste Partnerin ist die Spielgruppe Arbon–Frasnacht-Stachen. Mit grossem zusätzlichen Aufwand hat sie ihre Strukturen den Bedürfnissen und Zielen des Projektes angepasst. So sind seit dem Schuljahr 2016/2017 alle Gruppen mit zwei ausgebildeten Spielgruppenleiterinnen besetzt. Eltern, die ihren Kindern ein Mehr an Förderung angedeihen lassen möchten, können es – zu speziell günstigen Konditionen – an einem zweiten Halbtag in der Woche in der Spielgruppe anmelden.

59 Kinder haben im vergangenen Schuljahr von dieser Möglichkeit profitiert und so die Chance erhalten, auf spielerische Art die notwendigen Fähigkeiten für den Kindergarteneintritt zu verbessern. Damit sie ihr Kind optimal in diesem Prozess unterstützen können, verpflichten sich die Eltern, sechsmal pro Schuljahr an Elternbildungskursen teilzunehmen. Über dreissig Angebote umfasst das Elternprogramm, zusammengesetzt aus eigenen und Veranstaltungen anderer Kursanbieter in der Region. Eltern aus aller Welt lernen sich an diesen Abenden kennen, übernehmen ganz selbstverständlich Übersetzungsarbeit füreinander, lachen zusammen und tauschen Erfahrungen aus. Auch das ist ein Teil des Integrationsgedankens, der das Projekt trägt.