Frühe Förderung

Chancengerechtigkeit für alle — das Projekt Frühe Förderung

Wenn Kinder kaum Deutsch sprechen oder andere Entwicklungsdefizite haben, verpassen sie oft bereits im Kindergarten den Anschluss. Dem will das Projekt „Frühe Förderung“ entgegenwirken, indem es Kinder im Spielgruppenalter und ihre Eltern intensiv fördert.

Die Ausgangslage
Ein Kind muss vieles können, wenn es in den Kindergarten kommt — sprachlich, motorisch, aber auch sozial und emotional. Die Zahl der Kindergartenkinder, die schlecht Deutsch sprechen, ist gross. In Arbon war sie vor Beginn des Projektes sogar wachsend, andere sind motorisch schwächer als Gleichaltrige oder können sich nicht in eine Gruppe integrieren. Diese Kinder benötigen deshalb teure zusätzliche Förderung, können ihre Defizite aber oft trotzdem nicht mehr aufholen. Die Gefahr, dass die Weichen für eine schwierige Schul- und Berufslaufbahn bereits zu diesem frühen Zeitpunkt gestellt werden, ist gross.

Die Trägerschaft
Anlass genug für Primarschulbehörde und Stadt Arbon, aktiv zu werden. Was 2015 mit der Initiierung des Projektes „Frühe Förderung“ begonnen hat, ist im Schuljahr 2016/ 2017 in die konkrete Umsetzungsphase übergegangen. Die Zusammenarbeit mit der Jacobs Foundation, welche als Trägerin des Gesamtprojekts „Bildungslandschaften Schweiz“ gemeinsam mit Stadt, Kanton und der Primarschulgemeinde die Projektkosten in Arbon trägt, erweist sich als grosser Gewinn.

 

Das Programm Bildungslandschaften Schweiz

Die "Bildungslandschaft Arbon" ist eines von 22 Pilotprojekten von Bildungslandschaften Schweiz, einem Programm der Jacobs Foundation. Ziel des Programms ist es, Akteure, die in die Bildung der Kinder oder Jugendlichen involviert sind, zu Bildungslandschaften mit klar definierten Zielen zu vernetzen.

 

Frühe Förderung — Spielgruppe

Im Zentrum der Bildungslandschaft Arbon stehen 2- bis 4-jährige Kinder und ihre Eltern. Die wichtigste Partnerin ist die Spielgruppe Arbon–Frasnacht-Stachen. Mit grossem zusätzlichen Aufwand hat sie ihre Strukturen den Bedürfnissen und Zielen des Projektes angepasst. So sind seit dem Schuljahr 2016/2017 alle Gruppen mit zwei ausgebildeten Spielgruppenleiterinnen besetzt. Eltern, die ihren Kindern ein Mehr an Förderung angedeihen lassen möchten, können es – zu speziell günstigen Konditionen – an einem zweiten Halbtag in der Woche in der Spielgruppe anmelden.

59 Kinder haben im vergangenen Schuljahr von dieser Möglichkeit profitiert und so die Chance erhalten, auf spielerische Art die notwendigen Fähigkeiten für den Kindergarteneintritt zu verbessern. Damit sie ihr Kind optimal in diesem Prozess unterstützen können, verpflichten sich die Eltern, sechsmal pro Schuljahr an Elternbildungskursen teilzunehmen. Über dreissig Angebote umfasst das Elternprogramm, zusammengesetzt aus eigenen und Veranstaltungen anderer Kursanbieter in der Region. Eltern aus aller Welt lernen sich an diesen Abenden kennen, übernehmen ganz selbstverständlich Übersetzungsarbeit füreinander, lachen zusammen und tauschen Erfahrungen aus. Auch das ist ein Teil des Integrationsgedankens, der das Projekt trägt.